Chronik

Wie alles begann …

Probe 1968

Probe 1968

1963 kam Bernd Schächter mit seiner Ehefrau Christine frisch von der Pädagogischen Hochschule nach Löcknitz. Die heimliche Leidenschaft des Mathe- und Physiklehrers galt aber schon länger der Musik. Er spielte Mandoline, später – während der Studienzeit – in einem Ensemble Gitarre. Als er auf dem Dachboden des ehemaligen Hortgebäudes in Löcknitz stöberte, entdeckte er alte Mandolinen. Eine Idee wurde geboren. Schnell entstand eine 10köpfige Mandolinengruppe.

Angesteckt vom Eifer ihres Mannes – außerdem gab es bereits einen Chor an der Oberschule – ließ Christine Schächter ihre Vorliebe für den Gesang fahren. Bernd Schächter brachte seiner Ehefrau das Mandolinespiel bei. Die Chemie/Mathematiklehrerin nahm nach dem Unterricht bei ihrem Mann oft den Weg nach Berlin auf sich. An einer Köpenicker Musikschule lernte sie, eben selbst noch Anfängerin, wie man Anfänger beim Mandolinenspiel an die Hand zu nehmen hat. Seitdem betreut sie den Nachwuchs.
1966 gab es die ersten richtigen Auftritte. Zunächst wurden einfache deutsche Volkslieder gespielt. Später kamen russische Volkslieder hinzu, die dem Dirigenten von einem Bekannten aus der damaligen SU zugesandt wurden.

 

Die 70er Jahre

Auftritt im Jugendklub Löcknitz 1977

Auftritt im Jugendklub Löcknitz 1977

Als ein Problem erwiesen sich die schwer zu bekommenden Noten. Diese ließen die Schächters aus der damaligen SU schicken, kopierten diese und sandten sie wieder zurück. 1970 wird die Mandolinengruppe erstmalig ausgezeichnet. Bis 1971 wurden bereits 150 Auftritte, durchschnittlich 22 jährlich, absolviert. Einsätze zu vielen festlichen Veranstaltungen, u.a. zu Jugendweihen und auch in Szczecin, waren besondere Höhepunkte. Freundschaftliche Verbindungen wurden zur Schule in Police geknüpft. Gemeinsame Auftritte fanden statt, viele persönliche Begegnungen und Freundschaften entstanden, Einladungen gingen hin und her.

Aber nicht nur zu Polen wurden Kontakte geknüpft: Nach einem Artikel in der Fernsehzeitung schickte Bernd Schächter einen Brief an das Mandolinenorchester in Wildau. Der ebenfalls als Mathematiklehrer tätige Dirigent des Orchesters reagierte prompt und sagte Unterstützung zu. Der Beginn einer jahrelangen Freundschaft zum Nutzen der Löcknitzer, die durch die gegenseitigen Besuche, gemeinsamen Proben und Auftritte in Wildau und in Löcknitz sehr viel lernten.

 

Die 80er Jahre

Anlässlich der Arbeiterfestspiele 1982 wurde die “Folklore-Suite” – eigens komponiert von Antonius Streichhardt – im Beisein des Komponisten uraufgeführt. Ein Jahr lang war an dem Musikwerk geprobt worden. Der Komponist schrieb nach der Uraufführung in einem Brief: “Ich glaube, Ihre so viele Monate durchgehaltene Begeisterung und Ihr Engagement für die neue Komposition hat sich gelohnt …”
Im Orchester werden jetzt auch Blockflöten, Triola und Bass eingesetzt. Große Unterstützung erfährt der Klangkörper auch durch den stellvertretenden Direktor der Musikschule Köpenick, Walter Neugebauer.

Jubilaeum 1988

Aktive und ehemalige Mitglieder Jubiläum 1988

1988 begeht das Orchester seinen 25. Geburtstag. Rund 100 Mitwirkende, darunter Gäste aus Wildau, boten in einem Festkonzert ein ausgewogenes Programm. Ehemalige Aktive des Orchesters zeigten, dass sie von ihrem Können nichts verlernt haben und gratulierten mit einem Ständchen.
Rund 400 Auftritte wurden zwischenzeitlich absolviert. Es folgen Auftritte für Radiosendungen, die Durchführung von Schulungslagern und viele gemeinsame Auftritte mit dem Wildauer Orchester. Es gibt kaum ein Ereignis, zu dem das Orchester nicht aufspielt. So an die 20mal im Jahr sind die Regel.

 

Die 90er Jahre

Weihnachtskonzert in Bismark

Weihnachtskonzert in Bismark

Kurz nach der Wende sind die Auftritte weniger geworden. Es gab nicht mehr so viele Ereignisse und auch ein Bus konnte kaum finanziert werden. Bernd Schächters lang gehegter Wunsch – eine Erwachsenentruppe zu bilden – sollte bald in Erfüllung gehen. Seit 1993 musizieren neben dem Schülerorchester auch 15 Erwachsene.

Zu einem gelungenen Experiment erklärten Akteure und Publikum das Konzert des Gebrasa-Blasorchesters und des Mandolinen-Orchesters in der Löcknitzer Partnergemeinde Sassenberg. Ein Gegenbesuch in Löcknitz wurde vereinbart. Im Rahmen der Partnerschaft der Gemeinde Dobra und der Gemeinde Blankensee hatte das Orchester Gelegenheit, in der Klosterkirche zu Dobra Werke darzubieten. Nicht unerwähnt bleiben darf das vom polnischen Fernsehen übertragene Konzert im Schloß der Pommernherzöge in Stettin, das einen besonderen Stellenwert durch die Anwesenheit des Generalkonsuls der Bundesrepublik Deutschland erhielt.

Seit 1998 spielt das Mandolinenorchester als eingetragener Verein.

 

Die 2000er Jahre:

Jubiläum 2003

Jubiläum 2003

2003 feiert das Orchester sein 40. Jubiläum mit einem Festkonzert. Nach monatelanger Vorbereitung wurde den Gästen in der bis auf den letzten Platz belegten Gerhart-Eisler-Turnhalle in Löcknitz ein breites und ausgewogenes Programm geboten. Die Musiker unter der Leitung von Bernd Schächter bewiesen wieder einmal mehr ihr Können und überzeugten selbst den anwesenden Ehrengast, den Komponisten Herrn Ralph Paulsen-Bahnsen aus Hamburg, dessen Werk “Concertino Veneziano” ebenfalls auf dem Programm stand.

2004 nahm das Orchester seine erste CD auf. Ganz besonders freuten wir uns über die Unterstützung des Komponisten und Gitarristen Ralph Paulsen-Bahnsen sowie der Flötistin Oda Heyse aus Hamburg.

Das 45. Orchesterjubiläum im Jahre 2008 wurde durch das Tonstudio Fiedler & Partner auf einer DVD festgehalten.

 

Heute:

In 50 Jahren wurden im Orchester viele Talente entdeckt. Durch das Musizieren in der Gruppe kann eine Musikschule nicht ersetzt werden, aber “es fördert die Intelligenz der Kinder” – so das Ehepaar Schächter.

Trotzdem muss an den Nachwuchs gedacht werden, denn in der Regel scheiden die Schüler mit Beendigung der 10. Klasse aus dem Orchester aus. Mancher findet den Weg nach erfolgreicher Berufsausbildung zurück…

Also: Wer mit machen will, ist jederzeit herzlich willkommen!